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Die Geschichte Wabis

und weitere spannende Informationen

Pdf zum download (Deutsch, 1MB)

Liebe Gäste,

Wir haben diesen Bericht verfasst, weil über 20 Jahre Erfahrungen uns gelehrt haben, dass viele berechtigte Fragen unserer Gäste teilweise unbeantwortet bleiben, da der Gastgeber nicht immer die Zeit findet, diese zu beantworten.

Wir würden uns freuen, wenn unsere Gedanken Ihr Interesse finden und Sie diese Informationen auch an andere weitergeben.

Wir bedanken uns für Ihren Besuch auf Wabi und hoffen, dass sich Afrika, wie auch uns, in Ihrem Herzen eingebrannt hat und Sie jetzt schon den nächsten Besuch auf dem „schwarzen Kontinent“ planen.

Themen

  1. Geschichte, Gründung, Vorbesitzer
  2. Trinkwasser, woher kommt es und allgemeines Management
  3. Strom, seit wann, woher und Alternativen
  4. Wildzucht, welche Spezies, warum, Zukunftsaussichten
  5. Wildmanagement, warum nötig, Nutzungsarten, Zahlen
  6. Entbuschung, warum notwendig, invasive Buschspezies, Erfolg
  7. Feuer
  8. Biomasse, Futtermittelbeschaffung
  9. Hippos (Flusspferde)
  10. Geparden, Denis und Kira im Gehege und Farmgeparden
  11. Leoparden auf Wabi
  12. Museum im Kaminzimmer
  13. Jagd, warum notwendig
  14. Warum wird auf Wabi nicht mehr gejagt?
  15. Müllabfuhr / Recycling

Geschichte

Wabi existiert seit 1987 als reine Wildfarm und wurde von Werner Egger gegründet. Mehrheitlich als Wild- und Jagdfarm in der Vergangenheit genutzt, beherbergte Wabi schon seit jeher auch photographisch interessierte Gäste, die der Jagd gegenüber nicht feindlich sondern neutral gegenüberstanden. In 2007 wurde die Jagd von Mark Egger auf Wabi aufgehoben, Gründe hierfür werden später erläutert. Der Name Wabi stammt aus dem Firmengründungsnamen „Waterberg Big Game ...“ Otjahewita Pty Ltd. - wirklich zu  lang, um ihn sich einzuprägen.

Als Farm existiert Wabi bereits seit 1904, taucht allerdings erst im Jahr 1927 in den Grundbuchämtern mit den Besitzern Degenhardt und Schulz auf. Zu dieser Zeit befand sich das Farmhaus an der Quelle im westlichen Teil der Farm, die Ruine wurde jedoch aus Sicherheitsgründen vor ca. 20 Jahren abgerissen. Danach sind als zweite Eigentümer Alfred Wiedow und drei Monate später Frau Margarete Poppe eingetragen. Frau Poppe verkaufte 1939 an Alfred Bachmann, der 1965 an die Dieckmann-Familie verkaufte. 1974 kaufte Herr Delfs die Farm. Ursprünglich hiess die Farm in Herero Otjahewita (No. 291), was frei übersetzt „der letzte Kampfplatz“ bedeutet und sich wohl auf die Auseinandersetzungen zwischen Herero und Schutztruppen um die Jahrhundertwende bezieht. Bis 1974 wurde die Farm zur Rinderzucht verwendet. Herr Delfs errichtete dann den Wildzaun und setzte Wild, welches aus seinen Fangaktionen übrig war, auf Wabi aus. Er kaufte auch die Farmen Schlangen und Teutoburg, beide auf dem Berg situiert, dazu. Inzwischen ist Wabi 9848.34 Hektar und damit knapp 100 Quadratkilometer groß. Ca. 60 km Wilddraht umgeben die Farm, mehr zum Schutz für die Tiere, als um sie gefangen zu halten.

Ab 1987 baute Werner Egger in zwei Jahren mühsam die Lodge und die Wirtschaftsgebäude aus dem Nichts. Täglich musste einer der Traktoren 50 Kilometer ins Revier nahe der Hauptstrasse C22 fahren, um Sand fürden Beton zu holen. Nach zwei Jahren war die Lodge bereit zum Einrichten.

Die Lodge, grossteils mit Waterbergsteinen gebaut, wurde im Andenken an Werner J. Egger zwar jedes Jahr gepflegt renoviert, wo es nötig war, aber viele Möbel, Fliesen sind noch aus der Gründungsphase, wenn auch frisch überzogen. Ein paar wenige Gäste verpassen uns die abschätzige Bemerkung „70er Jahre Stil“. Wir möchten daran erinnern, dass das Haus von Karen Blixen in Kenia liebevoll antiquarisch ist und jedes Jahr von vielen Besuchern besichtigt wird.

Wasser

Trinkwasser wird mit Hilfe von Monopumpen aus 200 Meter tiefen Bohrlöchern gefördert und hat daher Mineralwasserqualität. Wir fördern pro Bohrloch normalerweise ca. 2.5 m3, was 2500 Liter pro Stunde entspricht. Wir haben vier Bohrlöcher, drei im unteren Teil der Farm und eines auf dem Berg, mit welchem die Wasserlöcher der Tiere gefüllt werden. Aufgrund von schlechten Regenfällen in mm, liefern die Bohrlöcher momentan (2017) nur 1.5m3 pro Stunde, da der Zufluss in die Reservoirs nicht mehr stattfand. Sie werden sich nur erholen wenn 2017 wenigstens 700mm Landregen bringt, damit das Wasser in 2 Jahren auf 200 m Tiefe absickern kann.

Dann befinden sich im unteren Bereich drei Regenwasserdämme, die sich bei gutem Regen jedes Jahr füllen, wenn die Reviere das Wasser vom Berg fließen lassen. Der große Damm, in dem sich die Hippos tummeln, hält ca. zwei Jahre ohne neue Zufuhr, bevor er komplett austrocknet. Fische, Frösche und Schildkröten graben sich bis zur Schlammschicht ein und überleben dort in Hibernation, so ähnlich wie ein Winterschlaf, bis das Wasser wieder kommt.

Am 28.01.2011, nach 200 mm Regen innerhalb von 2 Nächten hat unser großer Damm dem Druck nachgegeben, und das Wasser hat sich sintflutartig in einer Flutwelle von 60 m Breite und 2 m Höhe entleert. Ein Loch von 40 m im Dammwall blieb zurück. Erosion über 30 Jahre, Wurzeln von Büschen und Bäumen, die 50 m weit weg standen, sowie Termitenhügel und Schweinelöcher haben die Dammmauer über Jahre dünner werden lassen und durchlöchert. Im Juli hat ein Kontraktor mit 50 Jahren Dammerfahrung angefangen, den Schaden zu reparieren. 2 Bulldozer, 2 Kipplaster und ein Schaufelbagger waren mindestens 2 Monate beschäftigt, um den Schaden zu beheben. Kosten N$ 850’000.00. In 2014 wurde die hintere Wand des Dammes wieder von dem gleichen Kontraktor „renoviert“. Erosionskanäle hatten bereits 1 m tiefe Furchen in den Wall gezogen.

Durch den Dammbruch war die beliebteste Aktivität der Gäste - der Hippo Sundowner - leider nicht mehr möglich: Zwei Hippos hatten beim Nachbarn in einem Wasserloch Zuflucht gesucht und befanden sich außerhalb des Zaunes. Das dritte Hippo, eine junge Kuh, war hier auf der Lodge in einem der kleineren Dämme, der allerdings fast austrocknete. Ein Notloch wurde dann für sie ausgehoben und künstlich mit Wasser gespeist, bis der Damm fertig war und in der neuen Regensaison wieder gefüllt wurde. Nach 80 mm Regen am 07.12.2012 hatte der Damm den ersten Wasserzulauf, und die Hippos kamen in der gleichen Nacht nach Hause.

Der Garten wird mit Kanalwasser versorgt, das von der Regierung gekauft wird. Dies ist inzwischen eine teure Angelegenheit und früher oder später müssen wir an eine Verkleinerung des Gartens denken. Dieses Kanalwasser entnehmen wir einer Pipeline (Kanal), die von Kombat aus durch Wabi führt. Normalerweise ist es ein offener Kanal, in dem leider jedes Jahr einiges Wild ertrinkt, da die Tiere die steilen Wände nicht bewältigen können. Das Wasser wird aus den Minen gepumpt, um an die Erze zu gelangen, dies hat leider auch einen enormen Einfluss auf den generellen Grundwasserspiegel Namibias. Über Kanäle gelangt es nach Okahandja und Windhoek in große Dämme, wo es nach entsprechender Reinigung in die Trinkwasserversorgung Windhoeks aufgenommen wird.

Über eine Zeitspanne von jetzt mehr als 25 Jahren, war der Regendurchschnitt 320 mm pro Saison. Seitdem hat sich der Regen deutlich gesteigert, bis zum Rekordjahr 2011 mit über 1000 mm, was europäischem Standard entspricht. In 2013 hatte Namibia erneut ein Dürrejahr mit gerademal 200 mm in der Saison, die zweitschlechteste Regenzeit seit 1987. In 2014 hatten wir dafür die zweitbeste Regensaison mit über 700 mm. Darauf folgten wieder Dürrejahre mit enormen Futterkosten; in 2016 zeigt es sich dann, dass „mm“ nicht unbedingt den Ausschlag für gute Weide bedeuten. Dieses Jahr hatten wir auch nur 220 mm, was in 30 Jahren Regenstatistik eine der schlechtesten Saisons war, aber der Regen fiel in perfekten Intervallen, so dass das Gras im März an manchen Stellen Autos überragte. Dann noch ein Dammfüller im März von 99 mm an der richtigen Stelle vervollständigte unser Glück.

Strom

1987 wurde eine 80 km lange Leitung von Werner Egger aus Okakarara bis nach Wabi gebaut und finanziert. In der Zwischenzeit nutzen auch viele andere Farmer, z.B. der Plateaupark, diese Leitung. Da bei Gewittern oftmals der Strom ausfällt, wurde ein Notstromaggregat angeschafft, das uns in diesen Fällen weiter mit Strom versorgt. Da Afrika generell unter einer starken  Stromknappheit leidet und alle Verbraucher angehalten werden, drastisch zu sparen, haben wir fast alle Lichteinheiten auf Sparleuchten umgestellt, die Warmwasserversorgung arbeitet mit Zeitschaltuhren, und die grossen Kühlanlagen werden nur genutzt, wenn Bedarf herrscht. So konnten wir unseren Verbrauch drastisch um ca. 60 % senken.

Alle Stromeinsparungen haben nichts genützt, die Raten haben sich seitdem nicht verdoppelt, sondern sind um das Fünffache gestiegen. Familie Egger hat sich in 2014 dazu entschieden, die Farm und Lodge vom Netz zu nehmen und mit einer Investition von N$ 2.4 Mill. eine Hybrid-Anlage auf Wabi bauen zu lassen. Fa. Hopsol quotierte erst mal eine 32,4 kw Anlage mit 9.5 Tonnen Batterie und 288 kwh Ladung, sowie 54 kw Inverter / Wechselstromleiter. Nachdem die Anlage Anfang September, neben kleinen Kinderkrankheiten zur vollsten Zufriedenheit lief, hat sich Mark Egger noch im Oktober zum Schritt von der Hybrid- zur 100% Solar-Anlage mit einer weiteren Investition von N$ 320000 entschlossen.

Der Schritt zu „umweltorientierter Energie“ hat aber auch seinen Preis, trotz 288 kwh Batterie Kapazität, 96 Batterien, 54 ke Island Invertern, 296 Solar Modulen, können Geräte zur Kühlung oder Heizung während der Nachtstunden nicht mehr laufen. Wir bitten, unsere Gäste von den Wärmflaschen und den Fans, die sich in den Schränken der Bungalows befinden, Gebrauch zu machen und danken für Ihr Verständnis.

Im Februar 2016 fing die Solar Anlage an große Probleme zu machen. Erst im Juli 2016 wurde herausgefunden dass die Batterien aufgrund eines Ladefehlers eine nach der anderen versagten. Hopsol hat im Dezember 2016 auf eigene Kosten die Batterien ersetzt und den Batterie Lieferanten verklagt.

Wildzucht

Über die Jahre entstanden immer mehr Wildfarmen, teils hoch eingezäunt, was gesetzlich verlangt wird bei Haltung bestimmter Spezies und auch zum Schutz der Tiere gegen Wilderei und Krankheiten empfehlenswert ist. Wabi hat über die Jahre auch Zuchtprogramme für verschiedene Antilopenarten ins Leben gerufen, deren Existenz und natürlicher Lebensraum langfristig durch die Überbevölkerung der Menschen im Südlichen Afrika bedroht werden.

Herausragend sind unsere Zuchtprogramme im Bereich Nyala (Südafrika) und Red Letschwe (Caprivi). In 10 Jahren haben wir den Bestand von ca. 30 Antilopen auf jeweils 120 Tiere erweitert, trotz Lebendverkauf, Trophäenjagd und natürlichen Verlusten. Auch unsere Weissen Nashörner sind ein voller Erfolg – diese so stolze Tierart erfreut unsere Besucher mit ihrer gewaltigen, aber doch friedlichen Erscheinung.

Wildzucht

Über die Jahre entstanden immer mehr Wildfarmen, teils hoch eingezäunt, was gesetzlich verlangt wird bei Haltung bestimmter Spezies und auch zum Schutz der Tiere gegen Wilderei und Krankheiten empfehlenswert ist.

Wabi hat über die Jahre auch Zuchtprogramme für verschiedene Antilopenarten ins Leben gerufen, deren Existenz und natürlicher Lebensraum langfristig durch die Überbevölkerung der Menschen im Südlichen Afrika bedroht werden. Herausragend sind unsere Zuchtprogramme im Bereich Nyala (Südafrika) und Red Letschwe (Caprivi). In 10 Jahren haben wir den Bestand von ca. 30 Antilopen auf jeweils 120 Tiere erweitert, trotz Lebendverkauf, Trophäenjagd und natürlichen Verlusten. Auch unsere Weißen Nashörner sind ein voller Erfolg – diese so stolze Tierart erfreut unsere Besucher mit ihrer gewaltigen, aber doch friedlichen Erscheinung.

Die Nyala Zucht haben wir im Jahre 2012 aufgegeben, es gibt noch ca. 25 Tiere, die den Wabi Busch genießen. Die meisten Zuchtcamps haben wir abgerissen. Ein Baboon (Pavian) hat in zwei Jahren bei den Nyalas den ganzen Nachwuchs vernichtet, und wir waren nicht in der Lage, ihn zu töten. Paviane sind Omnivores, fressen also Fleisch, und stellen, vor allem, wenn aus dem Pack ausgestoßen und damit ohne sozialen Halt, ein großes Problem dar.

Wir haben inzwischen gelernt, dass Zuchtcamps über längere Zeit nur Tiere heranzüchten, die es sehr schwer haben sich an das Leben im Busch mit Raubtieren zu gewöhnen.

Wild Management

Wir beherbergen +/- 1700 Tiere (Großwild, Antilopen und Raubwild) auf Wabi, welche intensiv bewirtschaftet werden müssen, um den Lebensraum für Alle - Groß und Klein - im Gleichgewicht zu halten. Die Anzahl der Tiere wurde durch Jagd (früher Trophäen und Fleisch) und Lebendverkauf mittels Fangaktionen reguliert. Auch gibt es Farmen, welche sogenannte Culling-Operationen durchführen. Dabei wird ein Großteil der Population einer Spezies im Falle einer Überpopulation zur Fleischnutzung geschossen. Über diese unpopuläre Art der Tierreduzierung hört man immer wieder in Bezug auf Elefanten im Südlichen Afrika.

Wird dies nicht getan und das Wild seinem Schicksal überlassen, droht Überweidung, Verbuschung, Dürre und am Schluss der totale Kollaps des Lebensraumes. Dies passiert natürlich auch auf Rinderfarmen.

Deshalb musste Mark Egger in den Dürrejahren 2013/14/15 wieder Futtermittel in Höhe von 2.5 Millionen bereitstellen, um das Wohlergehen und auch die Nachzucht zu sichern. 2014 hat sich der Erfolg mit 2 Hippo-und 2 Nashornkälbern und 1 Büffelkalb gezeigt. Mit Stand Juni 2016 ist dieser Nachwuchs bereits abgesetzt. Im Januar gab es wieder Büffellnachwuchs, die Hippos haben im März nochmals Nachwuchs bekommen, und die beiden Nashornkühe haben Anfang Juni und Anfang August 2 Bull-Kälber gebracht.

Entbuschung

Auch Wabi leidet in manchen Teilen noch unter der Verbuschung von sogenannten invasiven Buschspezies, die im Gegensatz zu heimischen Arten, welche ihr Wurzelwerk tief halten, unter der Bodenoberfläche breit wurzeln (bis zu 30 und mehr Meter und daher dem Gras das Oberflächenwasser entziehen. Dieses Verhalten unterstützt das Wachsen der kleinen Buschsaat, zerstört jedoch jegliche Grasweide auf lange Sicht, da Regen und Sonne die Grassaat unter dem dichtem Buschwerk nicht mehr ausreichend erreichen und zum Austreiben bringen können.

Folgen dieses Teufelskreises sind vermehrte Erosion, sinkende Wasserspiegel und das Aussterben von heimischen Busch- und Baumarten, da das Oberflächenwasser nicht mehr absickern kann.

Seit 25 Jahren wird daher intensive Entbuschung in den Gebieten betrieben, in denen mehrheitlich invasive Buschspezies wie 2 Akazienarten (Hakkie Busch und Farbkätzchenstrauch) vorkommen. Auf einem Hektar (100 x 100 m) können zwischen 2000 und 5000 Büsche das Überleben anderer Pflanzenarten verunmöglichen. Entbuscht wird nach jahrelangen Versuchen (Feuer, Bulldozer, Abholzen mit Arbeitskraft) seit 2004 mit einer Hormonflüssigkeit, die mittels einer Spritze selektiv auf jeden Busch appliziert wird. 1cc ist wirksam auf einen Busch, der kniehoch ist; alles was größer ist, braucht entsprechend mehr.

In den letzten 15 Jahren sehen wir den Effekt dieser sehr kostspieligen, aber einzig wirksamen Entbuschungsmethode: wo früher riesige Gebiete mit Büschen übersät waren und es kein Durchkommen gab, entwickeln sich jetzt wieder Gras- und Buschland mit ein- und mehrjährigen Gräsern und Futterbüschen wie Rosinenbusch, Wait a bit, Kameldorn, Gelbholz und Apfelblatt, die im Einklang miteinander leben. Unser wertvolles Flussbett, wo ein einzigartiger Kameldornwald mit Jahrhunderte alten Bäumen wächst, ist Zeuge des Erfolges. Erstmalig seit drei Jahren schlagen lang totgeglaubte Bäume wieder aus, deren Wurzeln auf 60 m Tiefe kein Wasser mehr erreichten, da die Absickerung nicht ausreichte, um diese zu versorgen. Der Wasserspiegel sank um 20 bis 30 Meter und erholte sich offenbar durch intensive Entbuschung in den Hängen längs des Flussbetts. Wiederkehrende langjährige Grasspezies verlangsamen das Ablaufen des Regenwassers deutlich, und daher gibt es weniger Erosion.

Seit dem Tod unseres Nashorns in 2011 haben wir von weiterer Entbuschung abgesehen, unser Bulle starb genau da, wo die Akkordarbeiter das Hormon Treatment ausgebracht haben. Ein Nebeneffekt von Akkordarbeitern ist leider, dass Schlingen gelegt werden können oder Schlimmeres im Busch passiert, wie eben mit Bulli.

Feuer

Mitte Oktober 2010 sind auf dem Wabi Plateau 3500 ha, 35 km2 in 4 Tagen abgebrannt. Feuer ist neben Wasser eines der wichtigsten Elemente in der Natur. Totes Unterholz und alter Grasfilz hindern nicht nur die Tiere am freien Laufen, sondern lassen die neue Saat nicht in den Boden eindringen. Es wird somit empfohlen, alten Bewuchs mindestens alle 5 bis 6 Jahre kontrolliert abzubrennen. Die Asche ist ein wunderbarer Dünger, und 3 bis 4 Wochen nach dem Brand schlägt das neue Gras nebst jungen Büschen auch ohne Regen wieder aus.

In 2012 hat ein Feuer am Norddraht ca. 500 m Zaun verbrannt, da unser Nachbar keine Feuerschutzzonen am Zaun gezogen hat, wozu er gesetzlich verpflichtet ist. Da der Aufbau des Drahtes einige Wochen beanspruchte, wurde unser Kudu Population von außen mit der Kudu Tollwut infiziert (seit 25 Jahren keine Ansteckung). Im Winter 2013 haben wir zwischen 80 und 90 Kudu Kadaver entdeckt und verbrannt, die Dunkelzimmer ist deutlich höher. Im Oktober 2014 musste ein Kudu Bulle, der im Workshop unsere Autos attackierte, erlöst werden. Seltsamerweise werden meistens nur alte Tiere davon betroffen.

Im Jahr 2014 haben wir durch einen Kontraktor mit einen Grader ca. 90 km Brandschneisen auf Wabi ziehen lassen, um ein Überspringen von Feuer zu verhindern.

Seit Anfang 2014 wird der 60 km Zaun erneuert. Kosten pro Kilometer inklusive Material ca. 4000 Euro.

Im September 2015 haben wir 220 Tiere mittels Helikopter und Pfeil Gewehr gegen Tollwut geimpft und es scheint das die Situation Stand September 2016 unter Kontrolle ist. Kosten N$ 90000, oder Euro 7000.

Biomasse / Tiere / Futtermittelbeschaffung

Die oben erwähnten Futterbüsche sind sehr willkommen, bieten sie doch mehrheitlich Blattfressern wie Eland, Kudu, Nyala, Giraffen, schwarzem Nashorn und vielen anderen eine ausgewogene Ernährung. Durch das Wachsen von mehr Gras können Futterkosten über die Dürremonate erheblich gesenkt werden, da die Tiere sich selbst versorgen.

Vor 10 Jahren wurden auf Wabi je nach Regenfall ab April/Mai bis zum Anfang der nächsten Regensaison über ca. 8 Monate erschreckende Mengen von Blaubüffelgras und Luzerne an den Wildbestand verfüttert. 2008, nach fünf Jahren Entbuschung, musste das Großwild wie Hippos und Rhinos erst ab August mit Zubrot versorgt werden. Die Futtersituation wurde allerdings erst im November wirklich ernst, wo wir uns wieder veranlasst sahen, ans Zufüttern für alle anderen Spezies zu denken.

Mit all seinen tierischen Bewohnern generiert Wabi eine lebende Biomasse (Gewicht) von ca. 250 Tonnen. Jedes Tier braucht zum Überleben ca. 3% seines Lebendgewichtes an Futter pro Tag. Das heißt, Wabi muss täglich 7.5 Tonnen Biomasse Futter für alle Tiere zur Verfügung stellen. Im Monat addiert das auf 225 Tonnen und im Jahr auf erschreckende 2700 Tonnen. Ein Hippo zum Beispiel verschlingt 60 kg Grünes pro Tag!

Ein Lastwagen kann je nach Volumen ungefähr 20 Tonnen Futter transportieren. Wir reden also von 135 Lastwagen voll mit Futter, welche Wabi pro Jahr auf 10’000 Hektar produzieren muss, um 1700 Stück Wild zu ernähren. (Stand 2008)

An diesen Tatsachen hat sich seit 2008 nicht viel geändert, wir erleben jedes Jahr unterschiedliche Konditionen und müssen uns den Umständen entsprechend anpassen.

Hippos

Obwohl wir diese Spezies bereits seit 10 Jahren auf Wabi beherbergen, haben wir ihre Geschichte bisher nicht aufgeschrieben.

2004 wurden 3 Hippos aus RSA mit einem großen Umzugslastwagen in 48 Stunden über 2000 km durch Botswana nach Wabi transportiert. Die Tiere wurden in der gleichen Nacht nach Ankunft im Wasserloch vor B 1 bis 4 abgeladen. Es handelte sich um 2 erwachsene Tiere und ein Kalb von ca. 8 Monaten, das nicht bestellt war. Bestellt wurden 2 erwachsene Kühe und ein halbwüchsiger Bulle. Da wir nicht mit dem Kalb gerechnet hatten, war das Eisengitter, das die Hippos erst mal nach dem Abladen im Wasserloch halten sollte, zum Entspannen zu großmaschig, und nachdem das Kalb einfach durchschwamm, brach die Mutter aus und rannte in der gleichen Nacht mit dem Nachwuchs zum 4 km entfernten Damm. Das zweite Tier blieb erst mal für 2 Tage im Wasserloch, suchte aber nach der Familie. Nach 3 Tagen wurde auch es im Damm gefunden.

2006, mit 1.5 Jahren wurde das Hippokalb, weiblich, durch die Dummheit einer Jagdgesellschaft aus Amerika schwer verletzt. Durch unerlaubtes, ausdrücklich verbotenes Herumlaufen am Damm wurde das halbwüchsige, hinter dem Dammwall schlafende, Tier erschreckt und rannte mit Fluchtinstinkt zum Wasser die Dammmauer hoch und fiel auf der anderen Seite so unglücklich, dass es sich das Band, das den Vorderlauf bewegt, im Hals gerissen hat. Erst dachten wir, die Schulter sei gebrochen, aber nach tierärztlicher Untersuchung wurden wir eines besseren belehrt. Wir mussten uns die Frage stellen, erschießen oder ein Leben lang füttern? Wir haben uns für die 2. Möglichkeit entschieden. Das war ein langer, mühsamer Weg für beide, Hippo und Menschen für die nächsten Jahre. Seitdem wird diese Hippo Kuh jeden Tag zweimal mit Futter versorgt, damit sie nicht aus
dem Wasser muss. Das reduziert ihr Gewicht um 50%, dadurch werden Entzündungen des Beines vermieden.

Nachdem wir ab 2008 wussten, dass bei der Ablieferung kein Bulle mitgeliefert wurde, haben wir 2 Jahre vergeblich versucht, bei anderen Hippo Besitzern in Namibia und Südafrika einen Bullen zu bekommen.

Im September 2010 gelang es uns, einen 6 Jahre alten Bullen aus der Limpopo Gegend RSA zu ersteigern und über 2000 km nach Wabi zu verfrachten. Es gab 3 Wochen lang Kämpfe zwischen der dominanten Kuh und dem Neuzugang, bis die Kuh ihn dann endlich akzeptiert hat.

Sogar den Dammbruch 2011 hat unsere verletzte Kämpferseele überstanden. Nach 1 Woche vergeblichen Suchens nach Wasser (Tierarzt und Kranwagen waren schon unterwegs aus Windhoek) hat sie sich über 1.5 km zum sogenannten roten Damm geschleppt und war vorläufig gerettet.

Die beiden gesunden Hippos haben sich in ein Wasserloch beim Nachbarn, nahe der Straße D 2512, verzogen und dort während 8 Monaten überwintert. Viele Zaundrähte wurden zerstört, und Gottseidank war unser Nachbar geduldig und hat keine Jagd auf sie veranstaltet. Glücklicherweise ist auch kein Autounfall passiert oder Fußgänger verletzt worden in dieser Zeit.

Am 08.12.2011 nach 80 mm Regen sind die beiden Ausreißer in der gleichen Nacht in den Damm zurückgekommen und eine paar Tage später auch unsere Überlebenskünstlerin.

Anfang 2012 haben wir ein totes Hippokalb am Damm gefunden. Die Todesursache war unbekannt, vielleicht eine Früh- oder Totgeburt. Im November 2012 wurde dann endlich der erste Hippo Nachwuchs geboren, auf den wir sehr stolz sind.

Die absolute Überraschung für uns war dann im Februar 2014, als unsere invalide Dame uns auch ein Kalb geschenkt hat, das sie im roten Damm, abseits von den anderen Hippos geboren hat. Ende März hat die 2. Kuh auch gekalbt, so dass wir jetzt eine 6-köpfige Hippofamilie haben.

Im März 2016, genau in der Nacht als der große Regen den Damm füllte, wurde wieder ein kleines Hippo geboren.

Geparden

Im Gehege gegenüber den Bungalows konnten Sie bis 2012 Kira, einen weiblichen, und Denis, einen männlichen Geparden besuchen. Fütterungen fanden täglich morgens statt. Kira (damals 6) stammte aus der Wildnis, war aber durch ein gebrochenes Bein und den Sturz in einen der offenen Wasserkanäle Namibias nicht mehr in der Lage, sich in der Wildnis selbst zu ernähren. Sie konnte nicht mehr auf 90 km/h beschleunigen und wäre elends verhungert. Denis (4), eine Leihgabe von einer Katzenfoundation, wurde 2004 hier abgegeben, nachdem er als halbwüchsiger Kater völlig abgemagert von Farmern am Schwanz gefangen und dort abgegeben wurde. Da deren Gehege voll waren, hatte man uns das Tier zur Pflege überlassen. Es scheint, als ob Denis in Gefangenschaft gezüchtet wurde und das natürliche Jagen nie gelernt hat.

Geparden müssen hart arbeiten, um sich ihr täglich Brot zu verdienen. Sie benötigen offenes Buschland oder Flächen zur Jagd und bevorzugen aufgrund ihres Körpergewichts (weiblich bis 35 kg, männlich bis 45 kg) Kleinantilopen wie Springbock oder Impala. Sind diese nicht vorhanden, vergreifen sie sich auch an Ziegen oder Schafen, natürlich zum großen Leidwesen der Farmer. Geparden jagen oft in Gruppen oder Familien und ziehen nur im Alter alleine umher. Sie haben sich zum Frischfleischfresser entwickelt und fressen somit kein Aas. Da Geparden in der Nahrungskette der Raubtiere am hinteren Ende stehen, wurde und wird noch immer in den meisten Fällen die Beute von Leoparden, Hyänen, Schakalen, etc. gestohlen. Sollte der Gepard die Beute nicht lassen, riskiert er, sein Leben zu verlieren, da alle Raubtiere dazu tendieren, Fresskonkurrenz zu eliminieren.

Geparden verstecken die Beute nicht, in der Regel fressen sie ca. eine Stunde und der Rest der Beute wird von Geiern, Schakalen, etc. gefressen. Aufgrund dieses Verhaltens müssen Geparde mindestens alle zwei Tage jagen, um die Energie für die Jagd aufrechtzuerhalten. Das macht Geparden, im Gegensatz zum Leoparden, bei Farmern extrem unbeliebt, da mehr Beutetiere in einer Woche getötet werden.

Der Gepard jagt meistens in der Meute mit extrem hoher Geschwindigkeit (bis zu 90 km/h), die Beute wird zwei bis drei Minuten gehetzt. Wenn sie dann nicht gefangen ist, ist der Gepard zu ausgepumpt, um weiterzumachen und muss einige Stunden ausruhen, bevor er einen neuen Versuch unternehmen kann. Ist er erfolgreich, würgt er die Beute ab.

Wabi hat immer wieder wilde Geparden, wovon zwei sich in den vergangenen Jahren leider als Problem entpuppt haben, 2007 tötete ein Kater in sechs Wochen 18 Red Letschwe, und 2006 tötete ein Kater in acht Wochen 30 Red Letschwe. Angefangen wurde mit Jungtieren und bei tragenden Ricken aufgehört. Beide Katzen mussten zum Schutz der bestehenden Population eliminiert werden, da der Zucht- und finanzielle Schaden (48 Letschwe, N$ 480’000) auch beim größten Katzenliebhaber sein Limit findet. Beide Katzen hätten nicht gestoppt, bis der letzte jagdbare Letschwe erlegt gewesen wäre, sie hatten sich bereits aus Bequemlichkeit hier angesiedelt.

Dieses Verhalten ist eigentlich nicht normal, es handelte sich bei beiden Katzen um alte Tiere, die sich vom Familienverband getrennt hatten und einfache Beute suchten. Sie benutzten die Zäune, um die Beutetiere in die Enge zu treiben. Geparden sind normalerweise nicht territorial, sondern haben ein riesiges Einzugsgebiet von einigen hundert Quadratkilometern, dementsprechend ziehen sie zwar durch Wabi, aber normalerweise siedeln sie sich nicht an und sind dementsprechend keine Bedrohung für die Wildpopulation im Allgemeinen.

Im Jahr 2011 stellten wir fest, dass Denis völlig erblindet war, und der Experte bescheinigte uns, dass er entweder durch Toxoplasmose (auch gefährlich für schwangere Frauen) erblindet war oder einen Tumor auf der Hirnanhangdrüse hatte.

Da Kira bereits 12 war und wir kein Transport Permit vom Naturschutz oder einen Abnehmer in Namibia fanden, haben wir beide Tiere schweren Herzens im Februar 2012 einschläfern lassen. Beide sind nach wie vor im Geiste bei uns. Ersetzen wollen wir sie nicht mehr, Katzen im Gehege entspricht nicht mehr unseren Vorstellungen von artgerechter Tierhaltung.

Leoparden

Leoparden leben in großen Territorien, deren Grenzen überlappen. Das heißt, das Territorium eines weiblichen Leoparden überlappt die Grenze mehrerer männlicher Leoparden, und dies sicher t die genetisch gute Nachzucht, da eine Katze selten ein zweites Mal mit dem gleichen Kater zusammenkommt. Auf Wabi beherbergen wir mit Überlappung auf Nachbarfarmen ca. 15 bis 18 Leoparden, davon zwei dominante große Männchen und vier ausgewachsene Weibchen. Der Rest besteht aus Halbwüchsigen und Cubs (Junge), die sich besser von den ausgewachsenen Leoparden fernhalten, um nicht gefressen zu werden. Der Leopard ist kein soziales Tier, und Kannibalismus ist nicht unüblich.

Der Leopard ist ein Hinterhaltsjäger, er springt von Bäumen oder Felsen in den Nacken seiner Beute und bricht bei den meisten das Genick oder würgt sie an der Drossel (Kehle) ab. Ausgewachsene männliche Leoparden sind in der Lage, mit ihren 75 bis sogar 100 kg erwachsene Kudu und Gemsbockbullen zu töten. Allerdings benötigen sie dann oft mehrere Stunden, um die Beute zu ermüden und abzuwürgen. Natürlich verlieren sie die Beute auch oftmals.

Ist er erfolgreich, schleppt er seine Beute hier auf Wabi ins Dickicht (manchmal mehr als einen Kilometer), wo sie von Geiern und Menschen geschützt ist. Wir haben Fälle beobachtet, wo das Wild ausgenommen, die Därme in einem Loch vergraben und darauf uriniert wurde. Dies muss ein Zeichen für andere Raubtiere sein, dass diese die Beute besser in Ruhe lassen, solange der Leopard frisst, was je nach Witterung und Hitze bis zu 6 Tage sein kann. Der Leopard ekelt sich nicht vor Aas, im Gegenteil, bis zu einem gewissen Grad bevorzugt er dieses, da es weicher ist und besser „stinkt“.

Gibt er die Beute frei, entfernt er die Innereien aus dem Loch und verstreut sie in der Umgebung. Es scheint, als gäbe er den Riss frei und damit sein Okay, dass andere Raubtiere sich den Rest holen. In Gebieten, wo Löwen oder Hyänen sind, schleppt der Leopard die Beute auf einen Baum hoch in die Wipfel, wo er und sein Fressen nicht erreicht werden können.

Seit 2007 hatten wir keine Probleme mehr mit Geparden, und der letzte gejagte Leopard ist noch länger her.

Gäste haben immer wieder die Gelegenheit, Katzen in der freien Wildnis bei uns zu beobachten, allerdings sind die Sichtungen selten. Im September haben wir von einem Gast ein Bild von einem jungen Leoparden mit Familie auf der Landebahn bekommen. Am 07.10.2014 hat uns der gleiche Leopard von 25 kg im Flussbett eine Letschwe Kuh mit 75 kg und hochtragend (Wert N$ 30000) gerissen. Er war nicht in der Lage, den Kadaver im Busch zu verbergen wegen des Gewichtes. Nach Aufstellen einer Kastenfalle mit besagter Letschwe als Köder, saß die Katze dann am 08.10. in der Kastenfalle. Da wir das Tier nicht als Problemtier behandeln wollten (erschießen), haben wir Africat Foundation angerufen und um Hilfe gebeten.

Diese kamen am gleichen Tag, betäubten das Tier, und die Katze wurde 4 km von der Lodge bei der Quelle wieder ausgesetzt. Hoffen wir, dass sie das Trauma der Falle und das Betäuben als Warnung nimmt und mit dem Wild an der Quelle zufrieden ist.

Seit dieser Zeit leben wir recht zufrieden mit unserer Leo Population. Unsere große Warzenschwein und Impala Population hilft sehr, dass die Leoparden nicht zum Problem werden.

Museum

Bis vor einigen Jahren hatten Sie auf Wabi die Möglichkeit, einige afrikanische Spezies aus der Nähe zu betrachten. Unser Kaminzimmer war gleichzeitig als Museum eingerichtet, in dem Schulter- und Vollmontagen angeschaut werden konnten. Besonders interessiert waren die Gäste meistens am Unterschied zwischen Leopard und Gepard. 2012 haben wir uns auf Anregung einiger Reiseveranstalter entschlossen, nach Renovierung des Kaminzimmers nur noch einige wenige Spezies auszustellen und stattdessen eine Galerie mit Tinka Ölbildern aus Tanzania zu zeigen.

Wir nutzen das Kaminzimmer im Winter für gemütliche Zusammenkünfte oder Sundowner am Feuer und zwei- bis dreimal pro Jahr laden wir Kinder aus Schulen in Otjiwarongo für einen Tag auf einen Studierbesuch ein. Nach einer langen Wildrundfahrt, auf welcher der Chef des Naturschutzes vom Waterberg Plateau Park, Fauna und Flora erklärt, können die Kleinen hier hautnah Löwenzähne und anderes mehr bewundern. Danach ist Grill und Spaß am Pool natürlich der Höhepunkt des Ganzen.

Wir halten diese „Educationals“ für enorm wichtig, da der nächsten Generation die Liebe zu den Wildtieren beigebracht werden muss. Der Mensch schützt nur, was er liebt oder ihm einen finanziellen Vorteil einträgt. Beides muss die zukünftige Generation lernen, damit die Tierwelt von den Namibiern erhalten wird.

Jagd

Durch intensive Gespräche wurde der Grund für die Jagd im Allgemeinen den Gästen näher gebracht, da viele Spezies im südlich gelegenen Afrika ihr Überleben zum Großteil der Jägerschaft aus allen Ländern zu verdanken hat. Das mag paradox klingen, die Gründe dazu folgen nachstehend.

Vor 40 Jahren wurde Wild generell von Farmern jeglicher ethnischer Gruppen als Futterkonkurrenz für landwirtschaftliche Viehhaltung und gerngesehener kostenfreier Fleischlieferant angesehen. Farmen wurden in Namibia mit Prädikat „Wildfrei“ auf dem Markt angeboten. Diese Haltung beinhaltete nicht nur die Säuberung der Gebiete von Antilopen oder Großwild sondern auch die Eliminierung jeglichen Raubwildes.

Entgegenwirken konnte man dieser Tendenz in diesen Jahren nur, indem man dem Wild durch Einladung von Jagdtouristen einen neuen „höheren“ Wert zugestand: den Trophäenwert. Karakul-Schaffarmen wurden aufgrund von Tierschutzgesetzen profitlos, die Felle fanden keinen Absatz mehr. Rinderfarmen wurden durch Überweidung, Verbuschung von Gebieten, Überstockung, Verminderung von durchschnittlichen Regenfällen, neuen Gesetzen für Schlachthöfe, erhöhten Kosten für den Transport, etc. zur finanziellen Spekulation. Farmer wussten am Anfang des Jahres nicht, wo sie am Ende finanziell stehen würden. Ein zweites Standbein musste her: die Trophäenjagd.

Trophäen müssen ein bestimmtes reifes Alter erreichen, um für den Jäger attraktiv zu werden. Das heißt, dass landwirtschaftliche Farmer eher bereit waren, Wild und Raubwild auf ihren Gebieten zu dulden, da eine weitgehende Nutzung durch die Trophäenjagd versprochen und damit ein wesentliches Einkommen generiert wurde.

Warum hat Wabi Trophäenjagd eingestellt?

Im Jahr 2005 hat das Management entschieden, die Trophäenjagd auf Wabi zu beenden. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Einer der Hauptgründe ist, dass die unrealistischen Ansprüche seitens der Jägerschaft in Bezug auf Rekordtrophäen, die genetische Zerstörung guter Wildbestände nach sich zieht. Nach dem Motto „meiner ist größer“ fallen oftmals viel zu junge Böcke, da deren Hörner in den meisten Fällen im mittleren Alter länger sind als im jagdreifen Alter. Ein alter Bulle hat sich natürlich da und dort einen Schmiss geholt am Horn, und da er diese auch zum Markieren seines Territoriums benutzt, sind die Waffen (beim Schwein) oder Hörner (Antilope) entsprechend abgewetzt. Dies sollte aber die Jäger eher inspirieren, denn damit erlegen sie ein Stück Geschichte. Das Erfüllen dieser Erwartungshaltung zerstört aber langfristig die „Superior Genetik” in Populationen – es werden die Größten geschossen, und die Kurzen bleiben in der Zucht. Warum Berufsjäger meist nur noch den Wünschen der Gäste nachkommen, ist eine andere Frage. Ist es Profilierungssucht oder die Gier nach dem Trinkgeld? Wer weiß? Bei vielen ist es jedoch auch die Unwissenheit. Dringend wäre hier durch entsprechende Ausbildung oder Weiterbildung Abhilfe zu leisten, denn Berufsjäger wissen zum großen Teil gar nicht, was sie anrichten. Jagd muss das Wildmanagement unterstützen, es müssen die alten Tiere selektioniert werden und nicht wie zur Zeit, dass das Wildmanagement auf Farmen versuchen muss, immer größere Trophäen für die Trophäenjagd zu züchten.

Als Abschluss: was für uns die Angelegenheit absolut unerträglich gemacht hat, ist, dass hier im Lande Hundepacks von bis zu 15 Tieren auf Katzenjagd eingesetzt werden – nicht bei allen natürlich, aber doch bei einigen Outfittern. Hier erinnert man sich an die alten Tage in Rom, wo Brot & Spiele die Leute unterhielten. Stellen wir uns doch nur vor, was ein stolzes Tier wie ein Leopard, Gepard oder Löwe empfinden muss, erst beinahe zu Tode gehetzt, um dann – aus dem Hinterhalt – von einem Waffenträger erschossen zu werden. Die schlaffe Position des hiesigen Jagdverbandes ist ebenso völlig unverständlich, man spricht von einer Grauzone im Gesetz. Das gleiche Gesetz, das über 30 Jahre so interpretiert wurde, dass jede Treibjagd als illegal erklärt wurde, wird jetzt so gebogen, dass es so ausgelegt wird, wie es gebraucht wird. Schade! (Stand 2008) Ein Moratorium des Naturschutzes in Jahr 2009 untersagte die Trophäenjagd auf Leopard und Gepard komplett, da die von Cites erlaubte Exportquote (250 jeweils jährlich) beider Großkatzen bereits 2008 erlegt wurde. Man darf sich fragen, warum?

Auch im Jahre 2010 sind nur 35 Leoparden zur Jagd frei, da man immer noch die gejagten Trophäen von 2009 mit der Exportquoten von 2010 exportiert. Das Gesetz wurde zwar noch immer nicht geändert, aber folgende Richtlinie wurde implementiert: Der Jagdveranstalter muss zusammen mit dem Jagdpermit (N$ 500) einen Export „Tag“ (Identifikationsmarke mit Nummer, die jedes Fell begleitet N$5000) lösen. Beide Beträge werden nicht zurückerstattet, wenn das Tier nicht gejagt wurde. Das „Tag“ ist an die jeweilige Jagdkonzession gebunden und kann nur dort erfüllt werden. Ob damit die Hundejagd eingestellt wird, kann bezweifelt werden, allerdings steht das Umweltministerium der Hundejagd absolut negativ gegenüber und bezeichnet sie heute als ”illegal” (Stand 2011).

Müllabfuhr / Recycling:

In Namibia gibt es nur in Städten und Dörfern eine Müllabfuhr. In ländlichen Gebieten gibt es nur 2 Möglichkeiten, dem schnell wachsenden Zivilisationsmüll Herr zu werden. Erstens: Die alte Methode: Loch in den Boden, alles reinwerfen, bis es voll ist und dann abbrennen. Wenn das nicht mehr hilft, wird das Loch zugemacht und ein neues gegraben. Wir finden heute noch im Quellkopf, wo früher das allererste Farmhaus stand, Flaschen, Draht und Blech - Abfall, der sich in den 100 Jahren Besiedlung wieder aus der Erde hervorarbeitet. Wabi bringt den Müll momentan nach Otjiwarongo auf die Müllkippe. Dies ist keine gute Lösung, aber besser als Plastiktüten, Glas, alte Batterien usw. auf dem Farmgelände, wo es eine Gefahr für Mensch und Tier darstellt, zu entsorgen. In Otjiwarongo gibt es Menschen, die z.B. Flaschen sammeln und bei Sammelstellen für ein kleines Entgelt abgeben. Es bedarf noch mehr Aufklärung beim Verbraucher. Diese müssen erkennen, dass wir früher oder später im Müll ersticken werden, wenn wir unsere Einstellung zur Umwelt nicht ändern. Das Problem ist grundsätzlich, dass Menschen, die jeden Tag Schwierigkeiten haben, die Grundbedürfnisse zum Überleben zu decken, keinen Deut auf Umwelt und Verschmutzung geben, was auch verständlich ist. Nur eine bessere Schulbildung bei der neuen Generation kann langfristig zu einer Änderung der Einstellung, wie in Europa in den letzten 30 Jahren geschehen, führen.

Stand August 2016. Wir haben mit Rent a Drum In Windhoek Kontakt aufgenommen, da wir unendlich viel Müll mit dem Gästebetrieb produzieren. Da es in Otjiwarongo keine Anlaufstelle haben, müssen wir den Müll nach Windhoek bringen. Quotiert wurde ein Rolon Cage mit 3 Tonnen Fassung. Miete monatlich N$ 650.00, sehr anständig. Transport von Windhoek und nach Windhoek N$ 18.00 pro Kilometer. Das heißt eine Müllfahrt wird N$ 11160.00, ungefähr Euro 750.00 kosten. Wir werden 2017 damit beginnen.